Newsletter 26/2006
Vom 29. Dezember 2006
Aktuelles
5. internationaler Tag der Umwelttechnik Rheinland-Pfalz 2006
Am 29. November 2006 veranstaltete das Kompetenznetzwerk Umwelttechnik Rheinland-Pfalz den „5. Tag der Umwelttechnik Rheinland-Pfalz“, am Umwelt-Campus Birkenfeld.
Die diesjährige Konferenz, eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz und des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) stand unter dem Motto der "Innovationsmotor Umwelttechnik aus Rheinland-Pfalz – Wertschöpfung aus eigenen Ressourcen“.
Dabei sollte die Notwendigkeit einer optimalen Kreislaufwirtschaft deutlich gemacht werden. Außerdem sollten Kommunen und Unternehmen Ideen und Anstöße erhalten, um ihre Effizienzsteigerungspotential besser zu nutzen.
In einem umfassenden Vortragsprogramm gaben Vertreter aus Politik und Wirtschaft einen Einblick in kommunale Kreislaufwirtschaftsprojekte und –strategien aus Rheinland-Pfalz. Im Nachmittagsprogramm wurden auch internationale Gäste begrüßt. Hochrangige Regierungsvertreter aus Brasilien, Chile, Kanada und Marokko stellten Umwelt-Investitionsprojekte aus ihren Ländern, sowie zukünftige Investitionsmöglichkeiten vor.
In einer vortragsbegleitenden Ausstellung präsentierte die rheinland-pfälzische Umwelttechnikbranche ihre Produkte und Dienstleistungen einem breiten Publikum von kommunalen Entscheidungsträgern. Neben dem brancheninternen Erfahrungsaustausch der rheinland-pfälzischen Unternehmen und Kommunen konnten auch Kontakte zu internationalen Geschäftspartnern geknüpft werden. Diese bilden die Grundlage um internationale
Wirtschaftskontakte aufzubauen und Projekt- und Unternehmensnetzwerke zum Export rheinland-pfälzischer Umwelttechnik und Dienstleistungen zu entwickeln.
Auch die EffizienzOffensive Rheinland Pfalz e.V. (EOR) präsentierte sich durch einen Informationsstand.
Bohr- und Forschungsfest der Löhle KG
Am 14. Dezember 2006 fand das Bohr- und Forschungsfest des Gebäudetechnik-Unternehmen Löhle KG in Bingen-Grolsheim statt.
Das neue Großhandelshaus, der Firma Löhle, im Gewerbepark Bingen-Grolsheim wird mit Wärmepumpentechnik beheizt und gekühlt. Dabei wird die Energie mittels einer Erdwärmesonde aus dem Boden gewonnen.
Im Rahmen der Veranstaltung richtete sich Wirtschaftsminister Hendrik Hering vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz mit einem Grußwort an die Gäste.
Laut Aussage von Minister Hering ist der Bereich Wärmepumpentechnik ein bedeutender Geschäftszweig, auf dem deutsche Hersteller ganz vorne agieren. Er erklärt weiterhin, dass immer mehr Bauherren sich für die zukunftsweisende Wärmepumpentechnologie interessieren. Die Entscheidung der Löhle KG, Wärmepumpentechnik einzusetzen, bezeichnet Hering als ein vorbildliches Beispiel.
Die Löhle KG schafft dadurch Hochwertige Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Handwerk und es wird eine optimale Verbreitung modernster Umwelt- und Heiztechnik sichergestellt. Die Gäste konnten sich vor Ort den Baufortschritt des neuen Gebäudes, sowie die Bohrungen für die Erdwärmegewinnung anschauen. Außerdem gaben Kurzvorträge und eine veranstaltungsbegleitende Ausstellung umfassende Informationen zum Thema Erdwärme.
Die EffizienzOffensive Rheinland Pfalz e.V. (EOR) präsentierte sich ebenfalls durch einen Informationsstand.
Weinbau]
Zweites Bioenergiedorf in der Bundesrepublik
In den letzten Wochen wurde Mauenheim in Baden-Würtemberg als zweites Bioenergiedorf in der Bundesrepublik vom badenwürtembergischen Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauck, eingeweiht.
Das Biodorf besteht aus einem acht Kilometer langen Nahwärmenetz, einer Biogasanlage mit einer installierten Leistung von 250 KW und einem Holzhackschnitzelheizkessel mit 900 KW. Durch die mehr als zwei Millionen Kilowattstunden Strom und einem Heizöläquivalent von 180 000 Litern aus der Abwärme der Biogasanlage, sowie dem Holzhackschnitzelheizwerk ist es möglich, dass sich das Biodorf vollständig aus heimischen erneuerbaren Energien versorgen kann. Dabei wird das Vierfache des eigenen Strombedarfs produziert.
Der Erfolg des Projektes ist auf die breite Akzeptanz der Bevölkerung von Mauenheim zurückzuführen. 67 von 100 Haushalten in Mauenheim haben sich für einen Anschluss an das Nahwärmenetz entschieden. Unternehmen investierten 2,3 Millionen Euro in das Projekt. Die Errichtung des Nahwärmenetzes wurde vom Stuttgarter Ministerium für ländlichen Raum gefördert.
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) begleitete das Projekt von Anfang an. Ziel der DUH ist eine Übertragung dieser Projektidee auf ländliche Räume in ganz Deutschland. Laut Stefan Bundscherer, Leiter Klimaschutz und Energie der DUH, sollten vergleichbare Projekte von der Bundesregierung und den Landesregierungen mehr unterstützt werden. Durch Bioenergiedörfer könnte nicht nur die regionale Wirtschaft profitieren, sondern auch die gesamte Volkswirtschaft. Außerdem leisten Bioenergiedörfer durch die Erzeugung von Strom und Wärme in so genannter Kraft-Wärme-Kopplung einen großen Beitrag zum Umweltschutz.
Biokraftstoffe der zweiten Generation wie "Biomass to Liquid" (BtL)
Am 13.12.2006 wurde in Berlin die BtL-Realisierungsstudie vorgestellt. Diese wurde von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) geleitet und von einem Konsortium aus Industrie und Politik in Auftrag gegeben.
Gegenüber der herkömmlichen Biodieselproduktion können bei der BtL-Technologie verschiedene pflanzliche Rohstoffe vollständig verwertet werden, von Holz- und Bioabfällen bis hin zu eigens für die Kraftstofferzeugung angebauten Energiepflanzen. Verschiedene Herstellungsverfahren wurden bisher in Pilotanlagen getestet. Dabei wird die Biomasse erst in ein Synthesegas umgewandelt. Dieses Gas wird gereinigt und im anschließenden Syntheseschritt zu flüssigem Kraftstoff verarbeitet. 4000 Liter BtL-Kraftstoff lassen sich pro Hektar Energiepflanzen gewinnen.
Die Ergebnisse der Studie liefern Grundlagen für die Realisierung einer großtechnischen Btl-Produktion in Deutschland. Biokraftstoffe der zweiten Generation wie "Biomass to Liquid" (BtL) sind mit dem Stand der heutigen Technik machbar und eine der vielversprechendsten Optionen im Kraftstoffbereich.
Mit der in Deutschland zur Verfügung stehenden Biomasse wäre es laut Studie möglich, 20 Prozent des heutigen Kraftstoffverbrauchs zu decken. Bis zum Jahr 2030 liege das technische Potenzial sogar bei bis zu 35 Prozent, dabei sei allerdings die zu erwartende Konkurrenz bei der Nutzung der Biomasse mit den Bereichen Strom, Wärme und Chemie nicht berücksichtigt. Expertenaussagen zu den Ergebnissen der Btl-Realisierungsstudie machen deutlich, dass man sich über die Zukunft und die Bedeutung der Biokraftstoffe der zweiten Generation einig ist.
Biokraftstoffe seien bisher und auch in absehbarer Zeit die einzige erneuerbare Alternative zu fossilen Kraftstoffen und BtL eine der aussichtsreichsten Technologien zum Einsatz erneuerbarer Energien im Kraftstoffbereich. Außerdem leisten sie einen wichtigen Beitrag für Versorgungssicherheit und Wertschöpfung im ländlichen Raum. Wie auch bei herkömmlichen Biokraftstoffen erfolgt durch den Einsatz von BtL eine CO2-Einsparung, die eine Effizienzsteigerung zu Folge hat um die Klimabilanz des Verkehrs deutlich zu verbessern.
Laut Aussage von Dr. Thomas Schlick, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sind BtL-Kraftstoffe vollständig kompatibel mit heutigen und künftigen Motorengenerationen und könnten ohne technische Anpassungen in herkömmlichen Motoren zum Einsatz kommen. Durch die Studie sind der Politik wichtige Anhaltspunkte über den weiteren Förderbedarf und die Schaffung geeigneter gesetzlicher und fiskalischer Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe gegeben.
Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2006
Im Rahmen einer Festveranstaltung wurden am 17. Oktober 2006 im Kaisersaal in Berlin die Preisträger für den „Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2006“ bekannt gegeben.
Schirmherren der Verleihung waren der BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. und der DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. Die Auszeichnung wurde von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. vergeben. Dotiert wurde der Preis mit insgesamt 50.000 Euro.
Seit 1980 wird der Innovationspreis alle zwei Jahre für herausragende Ansätze zur Energieeinsparung sowie zur Emissionsminderung durch rationellen Erdgaseinsatz vergeben. Der Preis wird in zwei Kategorien gegliedert. Zum einen „Preis für Planung, Forschung und Entwicklung“ und „Preis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr“. Aus den eingegangen Bewerbungen ermittelt eine unabhängige Jury je einen Preisträger.
In diesem Jahr sind besonders viele herausragende Bewerbungen eingegangen, so dass zwei Auszeichnungen für die erste Kategorie „Planung, Forschung und Entwicklung“ und eine dritte Auszeichnung für „Umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr“ vergeben wurden.
Weitere Informationen zum Innovationspreis und Beschreibungen der ausgezeichneten Projekte finden Sie unter www.asue.de.
Redaktion:
Dipl.-Ing. Christina Lang
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