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13.01.2012

14. EOR-Forum: Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie

Beim 14. EOR-Forum am 31. Mai drehte sich alles um die neue EU-Gebäuderichtlinie 2010. Rund 130 Interessierte sind der Einladung der Landesenergieagentur EOR ins Fraunhofer-Zentrum gefolgt, um sich über die Möglichkeiten der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie zu informieren.

Staatssekretär Ernst-Christoph Stolper, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist, eröffnete das EOR-Forum und informierte über die Ziele der neuen Landesregierung im Energiebereich. Stolper sagte, die von der Landesregierung angestrebte Energiewende stütze sich auf vier Säulen: den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Modernisierung und Zentralisierung der Versorgungsnetze, die Stärkung der Elektromobilität und die Erhöhung der Energieeffizienz im Gebäudesektor. Er sicherte zu, die Landesregierung werde sich für die frühzeitige Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie einsetzen. Um die Sanierung des Altbaubestands voranzubringen, strebe die Landesregierung die Erhöhung der Sanierungsquote auf drei Prozent an. Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine Aufstockung der Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) notwendig.  

Martin Elsberger von der EU-Kommission ging in seinem Vortrag näher auf die Neufassung der EU-Gebäuderichtlinie ein und informierte über Ziele und Sichtweisen der EU-Kommission. Er sagte, die neue Richtlinie lege die Mindestanforderungen für energetische Sanierungen fest. Um eine schnelle Umsetzung der Richtlinie zu gewährleisten, seien die Mitgliedsstaaten der EU aufgefordert angemessene Förderinstrumente zu entwickeln. Elsberger wies darauf hin, in Deutschland seien bereits 80 Prozent der Anforderungen der neuen Gebäuderichtlinie umgesetzt. Allerdings wünsche die EU-Kommission eine effektivere Ausgestaltung, beispielsweise in Form eines Qualitätschecks für Energieausweise. 

Junior-Professorin Angèle Tersluisen (Fachbereich Architektur, TU Kaiserslautern) befasste sich mit der Problematik der nachträglichen Wärmedämmung im Altbaubereich und die Auswirkungen auf die Hauskubatur und das Siedlungsbild. Zudem ging sie auf alternative Möglichkeiten zur energetischen Optimierung von Gebäuden ein. Im Sinne einer „neuen Architektur“ müsse das Haus als Gesamtgefüge verstanden werden, das mehrere Funktionen umfasse, wie z.B. das Speichern und Verteilen von Energie. 

Marc Großklos vom Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt, hielt einen Vortrag zum Thema „Fast-Nullenergiegebäude“. Er bemängelte, dass in der EU-Gebäuderichtlinie eine klare Definition des Niedrigstenergiehauses fehle. Näher ein ging Großklos auf ein Projektbeispiel aus Frankfurt am Main. Unter wissenschaftlicher Begleitung des Instituts Wohnen und Umwelt wurde ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten so saniert, dass der Passivhausstandard erreicht werden konnte.

In der Podiumsdiskussion hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen an die drei Referenten zu stellen. Diskutiert wurde beispielsweise die von Junior-Professorin Angèle Tersluisen vorgestellte Strategie, physikalische und energetische Eigenheiten alter Haustypen auf die heutige Architektur zu übertragen. Martin Elsberger beantwortete Fragen zur Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie in Deutschland. 

Im Themenblock „Neue Konzepte und Ideen für den Einsatz verschiedener Energieträger“ standen Vorträge zu Innovationen im Bereich Gastechnologie, zur Kombination erneuerbarer Energien mit effizienten Ölbrenngeräten und zum effizienten Einsatz von Biomasse auf dem Programm. Zudem wurden die Möglichkeiten der Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit Fernwärmenetzen und die Weiterentwicklung von Stromtechnologien, wie z.B. Wärmepumpen, ventilationsgeführte Lüftungen und elektrische Direktheizungen, thematisiert. 


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